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Podiumsdiskussion

Dienstag, 28. April 2020, 18:30

Verschoben! Der neue Termin wird hier bekanntgegeben.

Der Familienbonus Plus, den die österreichische Bundesregierung 2019 verabschiedete, ist ein Steuerabsatzbetrag, der Familien mit einem Jahreseinkommen von mindestens 11.000 Euro bis zu 1500€ pro Kind und Jahr (künftig sogar 1750€) zusagt, während geringverdienende Familien lediglich 250€ (neu 350€) jährlich erhalten oder völlig leer ausgehen. Welche Auswirkungen hat eine Familien- bzw. Sozialpolitik, die an die Einkommensteuer gebunden ist? Wem kommt der Familienbonus Plus zugute, welche Bevölkerungsgruppen werden damit unterstützt und welche gehen leer aus? Welche Kriterien müsste eine Familienpolitik erfüllen, die bedürftige Familien unterstützt und Kinderarmut verhindert?

DiskutantInnen:

Iris Hanebeck (Aufstand der Alleinerziehenden)
Maria Rösselhumer (Autonome Österreichische Frauenhäuser)
Elisabeth Klatzer (Femme Fiscale/Attac)
Erich Fenninger (Volkshilfe)

2019 hat die Bundesregierung den Familienbonus Plus eingeführt. des Familienbonus Plus in voller Höhe ist an ein Einkommen von mindestens 11.000 Euro im Jahr gekoppelt.

Diese Maßnahme begünstigt Personen mit höheren Einkommen mit bis zu 1500 Euro (neu 1750€) pro Kind und Jahr, während GeringverdienerInnen lediglich 250 Euro (neu 350€) jährlich erhalten. Das finden wir nicht nur unsozial, sondern auch in höchstem Maße unsolidarisch.

Unser Ziel ist eine zivilgesellschaftliche Initiative, die eine Umverteilung der vorhandenen Steuergelder anstrebt. Wir sehen es als unsere Aufgabe, aktiv zu werden, wenn staatliche Umverteilung versagt. Daher unser Aufruf: Umverteilen wir jetzt selbst!

Die aktuelle Corona-Pandemie hat auch die Anliegen der Familienbonus- Initiative nicht unberührt gelassen. Von Beginn an kristallisierte sich schnell heraus wer die Trägerinnen, Systemerhalterinnen und Leidtragenden der Auswirkungen des Corona-Lockdowns sind. Frauen in allen Lebensbereichen, insbesondere Alleinerziehende und Migrantinnen. Die Infrastruktur des Sozial- und Gesundheitswesens sowie des Lebensmittelhandels, die schlagartig von der Öffentlichkeit als „systemrelevant“ wahrgenommen wurde, wird zu einem Großteil von Frauen aufrecht erhalten. 74 Prozent aller Beschäftigten des Gesundheitswesens, sowie 77 Prozent des Lebensmittelhandels sind Frauen. Jene Berufe, die zumindest Frauen zu einem Teil in die öffentliche Wahrnehmung rückten. Frauen die neben ihren Home-office Aufgaben im Multitasking-Modus auch zeitgleich die Kinderbetreuung und das Homeschooling übernahmen, wurden im medienwirksamen Applaus außen vor gelassen. Alleinerziehende, die aufgrund der Corona-bedingten Arbeitslosigkeit ihrer Ex-Partner*innen weniger oder gar keinen Kindesunterhalt mehr erhielten, wurden im vielzitierten Familienhärteausgleichsfonds nicht beachtet. Analog zur Verteilungslogik des Familienbonus, verschärft die Corona-Krise die Benachteiligung jener die es am nötigsten hätten: Arbeitssuchende, Mindestsicherungsbezieherinnen und Alleinerziehende.

Umverteilen wir selbst von jenen, die auch ohne Familienbonus Plus ein gutes Auslangen finden, zu jenen, die das Geld aufgrund geringen Einkommens dringend benötigen!

Unsere Unterstützer*innen:

Michael Botka

Softwareentwickler
„Ich unterstütze die Initiative Familienbonus Fair, weil finanziell schlechter gestellte, höhere Unterstützungen bekommen sollen als gut situierte.“

Mag.a Alexandra Grubner

AHS-Lehrerin
Sozialpolitik hat die Aufgabe, soziale Ungleichheiten auszugleichen und nicht sie zu verstärken! Darum bin ich für eine faire Verteilung von Familienleistungen!

Raphael Deindl

“Meiner Ansicht nach reproduziert der Familienbonus Plus soziale Ungleichheit, da nicht alle Familien gleichermaßen davon profitieren können. Aus diesem Grund unterstütze ich die Initiative FamilienbonusFAIR – UmverteilenJETZT.”

Verena Mayrhofer-Iljic

Leiterin einer Sozialeinrichtung
Umverteilung von Ressourcen muss den Menschen im Land zugute kommen, die diese am meisten brauchen und nicht denen, die bereits ein gutes Auskommen finden. Der Reichtum einer Gesellschaft zeigt sich in ihrer Fähigkeit zu Solidarität und der Bereitschaft zu Teilen und Teilhabe zu ermöglichen.